Geschichte der Kleinen Kirche

Die Kleine Kirche in der östlichen Kaiserstraße ist das älteste noch aus der Gründungszeit der Stadt erhaltene Kirchengebäude in Karlsruhe.
Der Bau der Kleinen Kirche (1719-1722) war ein Geschenk des lutherischen Markgrafen an seine Schwiegertochter Prinzessin Amalie von Nassau, die der reformierten Kirche angehörte und somit auch an die in der Minderheit lebende reformierte Gemeinde in Karlsruhe.
Bereits 25 Jahre nach der Einweihung (1722) war das komplett aus Holz errichtete Gotteshaus in einem äußerst desolaten Zustand.

In den Jahren 1773-1776 wurde die Kleine Kirche durch den markgräflichen Baumeister Wilhelm Jeremias Müller erbaut.
Bereits bei deren Einweihung war eine Orgel vorhanden. Sie war damit, nach der Orgel der Schlosskirche, die erste „öffentliche“ Kirchenorgel der Stadt Karlsruhe.
In den Jahren 1823-1833 wurde die Kleine Kirche als Garnisonskirche genutzt.
Ende September 1944 erfolgte während der großflächigen Bombenangriffe über Karlsruhe die Zerstörung der Kleinen
Kirche. Noch in der Anfangsphase des Wiederaufbaus der Stadt wurde auch die Kleine Kirche wiederhergestellt und am 27. November 1949 eingeweiht. Sie diente bis zum Wiederaufbau der Evangelischen Stadtkirche (1958) am Marktplatz – vorübergehend auch als evangelische Hauptkirche Karlsruhes.
Erst im Jahr 1950 erhielt die Kleine Kirche wieder eine Orgel (Steinmeyer-Orgel) und 1952 ein „neues“ vierstimmiges Geläut – darunter eine historische Glocke aus dem Jahr 1767, die gerettet werden konnte.

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